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Kalkül und Emotionen: Geschenkten Schmuck verkaufen

Kalkül und Emotionen:

Teure Geschenke als Druckmittel in der Beziehung

Viele Geschenke in einer Partnerschaft haben mehrfache Bedeutungen. Gute und eher Ungute. Es gibt das Diamant-Herz als Zeichen der innigen Verbindung. Aber auch den Ring, der Status und Besitz vermitteln soll. Viele Partner wiegen die Kosten für Schmuck mit dem Entgegenkommen des Beschenkten ab und fordern oder erwarten unausgesprochen den besonderen Ausdruck von Gefühlen. Auch alte Wertvorstellungen brechen sich bahn und überschatten möglicherweise die Freude bei der beschenkten Person.

Gründe, warum Schmuck schlechte Gefühle auslösen kann:

Welche Erwartungen sind häufig an teure Schmuck-Geschenke gebunden?

  • Das Vermitteln eines dauerhaft positiven Verhaltens gegenüber dem Schenker. Je teuerer, desto weniger Theater bitte! Wer kennt sie nicht, die Kette als Ausdruck der Bitte um Verzeihung für einen Fehltritt. Das Armband, das ein erhitztes Gemüt bei einem Streit besänftigen soll. Der Ring, der als Notlösung für eine fällige Aussprache gekauft wurde.
  • Ritualisierte Geschenke zu besonderen Anlässen: Ein Stück Schmuck, weil eben der Hochzeitstag naht oder der Geburtstag vor der Tür steht. Weder sorgfältig ausgesucht, noch besondere Wünsche an den Stil wurden berücksichtigt. Aber die Beschenkte soll dankbar sein, dass an sie gedacht wurde.
  • Gekaufte Intimität: Auch das kommt vor, schließlich lässt sich doch jeder irgendwann mit irgendetwas kaufen.
  • Geerbter Schmuck: Das hat die Mama schon getragen, oder die Tante. Die haben immer nur ganz teuren Schmuck gekauft. Deshalb musst du ihn jetzt auch auftragen. Der ist doch noch ganz schön!? Jetzt freu‘ dich doch, das hat doch einen Wert in unserer Familie!
  • Erinnerungen an Ereignisse, die beim Tragen des Schmucks geschehen sind. Der Armreif, der beim Autounfall vom Rettungsdienst entfernt wurde. Das Kettchen, das beim letzten Streit gerissen ist. Der Ring, der im Sommer immer so stramm am Finger sitzt, dass es schmerzt. Oder der beim Kochen immer stört. Oder das Collier, das so Häkchen hat, dass die Pulloverfasern immer hängen bleiben. Auch Unpraktisches, unbequem zu Tragendes an Schmuck wird nach kurzer Zeit nicht mehr gern benutzt. Da sammelt sich auch mal ein Fehlkauf an, der unbedingt sein musste und sich nachträglich aber als ungünstig zu tragen heraus stellte.

Solcher Schmuck verursacht ungute Gefühlen bei der Beschenkten. Ein sicheres Zeichen dafür finden Sie, wenn der Schmuck nicht getragen wird, außer zu besonderen Anlässen, an denen er gezeigt werden muss. Gefällt der Schmuck, taucht er ganz selbstverständlich im Alltag auf, weil sich die Beschenkte daran erfreut und ihn immer wieder gern anlegt. Liegt der Schmuck dagegen schon seit Jahren im Schmuckkästchen, dann kann er auch in Geld oder ein neues schönes Stück umgewandelt werden.

Die geschenkte Rolex vom Ex, vor ihren Augen eingeschmolzen

Ein besonders krasser Fall, der mit einem gewissen Wertverlust einher ging, dafür der einen Ex-Partei einer Partnerschaft besondere Genugtuung verschaffte: Wir haben vor einigen Jahren vor den Augen der Kundin eine gebrauchsfähige, tragbare Rolex Armbanduhr eingeschmolzen. Offenbar wurde sie emotional mit diesem Luxusgut erpresst und wollte sich auf diese Weise von der Einflußnahme ihres Ex-Partners befreien. Sie hat also zugeschaut, wie wir zunächst das Uhrwerk ausgebaut und dann in einem Schmelztiegel mit der Flamme Armband und Uhrgehäuse eingeschmolzen haben. Nach der Analyse des Feingehalts konnte abgerechnet werden. Durch den Schmelzvorgang konnte sie befreit das Geld für andere Ausgaben verwenden. Ob sie es ihm erzählt hat, haben wir nicht gefragt.

Die Eheringe ins Feuer

Weg mit Schaden oder Abschluß mit der Vergangenheit? Nach einer Trennung mag niemand die ehemals gemeinsam erworbenen und jahrelang getragenen Ringe behalten. Sie sind das vergangene Symbol einer Verbindung, die gelöst wurde. Eheringe sind aber nicht wiederverkäuflich. Sie wurden mindestens graviert, sind oft mit kleinen Schäden durchs Tragen auch nach einer Aufarbeitung nicht mehr zu verkaufen. Wer möchte seine neue Verbindung schon mit alten Ringen belasten? Anders liegt der Fall bei Verlobungsringen – da ist Tradition gefragt und symbolisiert die Aufnahme in die neue Familie.

Wer seine gebrauchten Eheringe verkaufen will, ist bei einer Scheideanstalt besonders gut aufgehoben. Die oft hochwertigen Legierungen werden wertgemäß vergütet und zurück ins Recycling gegeben. So wird der Edelmetall-Anteil zurück gewonnen und Neues daraus geschaffen. Auch ein schöner Gedanke, oder?